Produktaudits


Erfahren Sie mehr über die Notwendigkeit und Umsetzung von Produktaudits

Passend zu diesem Themengebiet bieten wir folgende Webinare an.

Produktaudit VDA 6.5

Die immer steigende Komplexität der Produkte, als auch die gesetzlichen Vorgaben in Bezug der Sicherheitsanforderungen machen das Thema Produktaudits unumgänglich. Hierzu stellt der VDA Band 6.5 einen entsprechenden Standard im Automotive-Umfeld dar.

In diesem individuellen Online-Seminar erfahren Sie wie Produktaudits gemäß VDA 6.5 geplant, durchgeführt, berichtet und nachverfolgt werden müssen. Letztendlich dient ein Produktaudit zur Sicherstellung der Produktqualität und auch als Nachweis in Bezug der Einhaltung von Kundenforderungen

Seminardauer: 3 Stunden (nach jeweils 1,5 Stunden wird eine kurze Pause durchgeführt / mehrere Termine möglich)

Inhalte:

  • Anforderungen an Produktaudits gemäß VDA 6.5
  • Aufstellung eines Auditprogramms
  • Durchführung einer spezifischen und Projektorientierten Auditplanung
  • Auditkriterien
  • Auditdurchführung und Dokumentation 
    • (Auditbericht)
  • Praxisorientierte Beispiele

Kosten:

  • 450,00 € netto zuzüglich 19% MwSt. als Online-Seminar (bis 12 Teilnehmer eines Unternehmens inklusive)

Kontakt


Ziele des Produktaudits

  • Ziel des internen Produktaudits ist die Identifizierung systematischer Fehler und langfristiger Qualitätstrends.
  • Bei Produktaudits durch den Kunden besteht das Ziel meist in einer optimalen Lieferantenüberwachung und Reduzierung des Aufwands in der Wareneingangsprüfung
  • Der Kunde kann so seiner Pflicht nach § 377 HGB (Prüfung der Ware auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Unversehrtheit) mit minimalem Aufwand nachkommen.

Das Produktaudit dient nicht:

  • Zur Wiederholung von serienbegleitenden Prüfungen
  • Zur direkten Prozesssteuerung (SPC)
  • Als alleiniger Nachweis der Wirksamkeit des betrieblichen Managementsystems

Gründe für ein Produktaudit

  • Audits dienen einer präventiven Überprüfung des jeweiligen Auditgegenstandes. Entsprechend unterscheiden sich Systemaudits, Prozessaudits und Produktaudits.
  • Ziel eines Produktaudits ist es, systematische Fehler und langfristige Qualitätstrends zu erkennen
  • Bei Produktaudits durch den Kunden besteht das Ziel meist in einer optimalen Lieferantenüberwachung

Ziele welche im Auditprogramm berücksichtigt werden sollten, könnten somit sein:

  • Überprüfung von neuen Produkten oder weitreichenden Produktänderungen
  • Feststellung, ob festgelegte Kundenanforderungen / Qualitätsanforderungen eines Produktes erfüllt sind
  • Neutrale Feststellung der Fähigkeit von internen Prüfern
    • (Qualitätssicherung, Werkerselbstprüfung, …)
  • Neutrale Bestätigung der Zweckmäßigkeit, Eignung und Wirksamkeit von Prüfungen
  • Beurteilung von Prozessänderungen
  • Beurteilung sonstiger Änderungen
  • Beurteilung der Mittel, Ressourcen bzw. Rahmenbedingungen
  • Ermittlung des Verbesserungspotenzials der Produktqualität

Auslöser eines Produktaudits

  • Produktgruppe / Produkt
    • Strategische Bedeutung des Produktes
    • Ergebnis der Risikoanalyse
    • Ökonomische Risiken
    • Einsatz neuer Technologien und Prozesse
    • Gesetzliche Vorgaben
    • Kundenvorgaben
    • Kundenreklamationen
    • Feldausfälle / Garantien
    • Auditergebnisse
    • Fähigkeiten der Prozesse
    • Ausschussrate
    • Nacharbeitsumfänge

Prüfkriterien im Produktaudit

 

Optische Aspekte:

  • Maßhaltigkeit
  • Formqualität
  • Oberflächengestaltung
  • Farbgebung
  • Gerüche

Technische Aspekte:

  • Funktionsfähigkeiten
  • Leistungsdaten
  • Spezifische Produktmerkmale
  • Gebrauchstauglichkeit
  • Sicherheit
  • Haltbarkeit
  • Reparierbarkeit
  • Beherrschbarkeit
  • Instandhaltung

Lieferumfang:

  • Vollständigkeit
  • Informationsbeilagen
  • Anleitung
  • Warnhinweise
  • Hilfsstoffe

Prüfung der Übereinstimmung mit …

  • technischen Unterlagen
  • Zeichnungen
  • Spezifikationen
  • Normen
  • gesetzlichen Vorschriften
  • vorgegebenen Merkmalswerten
  • Funktions- und Leistungsmerkmalen

Bewertung der Auditfeststellungen

  • Verwendung von Fehlercodes zur Zuordnung der Fehler
  • Fehlerteil
  • Fehlerart
  • Fehlerfolge
  • >> Risikoabschätzung

Bewertungsmerkmale sind:

  • quantitative, qualitative Merkmale
  • Funktionsmerkmale
  • Werkstoffmerkmale
  • Optische Merkmale
  • Merkmale zur Beistellung von Zubehör, Anleitungen

Qualitätsniveau des Produktes

  • Einhaltung oder Nichteinhaltung der Produktmerkmale
  • Beanstandungsart und Beanstandungsort
  • Ausprägung der Beanstandung
    • leicht, schwer, kritisch
  • Feststellbarkeit
    • Entdeckungswahrscheinlichkeit

Entnahme von Prüfobjekten

  • Gemäß Vorgabe im Auditprogramm / Auditplan
    • Zufallsstichprobe
    • Unbeeinflusste Entnahme
    • Repräsentatives Produkt
    • Versandfertiges Produkt
    • Weitergegebenes Teilprodukt
  • Ausreichender Schutz des Produktes für den Transport zum Produktaudit ist sicherzustellen

Prozessablauf des Produktaudits

  • Vorhandenes Produktportfolio
    • Erstellung des Auditprogramms
    • Ausarbeitung eines definierten Auditplans
  • Produktauswahl vornehmen
    • Klärung inwieweit die Produktauswahl durchgeführt wird (Stichprobenumfang)
    • Referenzdokumente beschaffen (Kundenanforderungen, Stand der Technik, Stand der Wissenschaft)
  • Lasten- und Pflichtenheft
    • Produktprüfkarte
    • Produktauftrag
    • Durchführung des Produktaudits gemäß VDA 6.5
    • Prüfung der Qualitätsstandards
    • Kundenspezifikationen und Anforderungen
    • Checkliste zum Produkt
  • Funktion, Optik, Handhabung, Sicherheit
  • Bewertung und Klassifizierung der Auditergebnisse
    • Fehlerklassifizierung
    • Fehlerkataloge
    • Grenzmuster
    • Gesetze und Normen
  • Messmittelfähigkeiten
  • Rückmeldung >> Auditbericht
  • Maßnahmenmanagement
  • Problemlösungsmethoden (5 Why, Ishykawa)

Voraussetzungen für ein Produktaudit - Organisation:

  • Organisatorische Einbindung des Produktaudits
  • Festlegung der Verantwortungen und Befugnisse der Auditoren
  • Integration des Produktaudits im betrieblichen Managementsystem
  • Integration im Produktentstehungsprozess
  • Festlegung möglicher Auslöser für Produktaudits

Verfahren:

  • Definition des Produktaudit-Prozesses und der Bewertungskriterien
  • Regelung der Informations- und Kommunikationsflüsse
  • Produktaudits können nach allen Produktionsstufen oder als Auslieferungs- Produktaudit geplant und durchgeführt werden
  • Produktaudits können als Reviews der vorangegangenen
  • Qualitätslenkungsmaßnahmen durchgeführt werden (Wirksamkeit!)

Qualifikation:

  • Festlegung und Durchführung der Auditorenqualifikation / Auditorenbriefings

Durchführung des Produktaudits

  • Zufällige Entnahme von Produkten soll zwar unerwartet, aber nicht ohne Beisein von Vertretern der betroffenen Bereiche erfolgen
  • Gleiches gilt auch für das außerplanmäßige Audit
  • Das Entnahmelos ist zu kennzeichnen, damit Doppelaudits vermieden werden
  • Die Auditprüfung selbst, sollte abseits der Betriebsamkeit der Fertigung, um ungestört ablaufen zu können, jedoch fertigungsnah, um eine schnelle Rückmeldung zu ermöglichen
  • Störeinflüsse auf den Auditor sind zu vermeiden um ein gewissenhaftes Audit zu gewährleisten
  • Sicherheitsrelevante Prüfungen sind zuerst durchzuführen
  • Im Audit muss die festgelegte Prüffolge streng eingehalten werden
  • Die Vollständigkeit der Prüfumfänge ist zu gewährleisten, insbesondere wenn es sich um zerstörende Prüfungen handelt
  • Zur späteren Rückverfolgbarkeit sind die Entnahmelose zu kennzeichnen
  • Die Auditprüfung selbst sollte die Fertigung nicht stören
  • Zum Audit entnommene Produkte müssen im Wiederverwendungsfall sorgfältig zugeordnet werden, um eine Vermischung mit ähnlichen Produkten zu verhindern.
  • Dabei sind die Produkte wieder in den ursprünglichen Entnahmezustand zu bringen (Korrosionsrisiken, Verpackung etc.).
  • Auditergebnisse sind sofort in die vorgesehenen Formulare einzutragen, um Übertragungsfehler und unnötige Verzögerungen zu vermeiden
  • Vorführung der Auditergebnisse bzw. Fehler im jeweiligen Fertigungsbereich >> QAM

Kriterien zur Auswahl der Prüfobjekte

Die Wirksamkeit von Produktaudits hängt in hohem Maße von der Vorgehensweise bei der Auswahl der Auditobjekte (Produkte) ab. Eine möglichst systematische Auswahl stellen Sie beispielsweise über eine Entscheidungsmatrix sicher. Auswahlkriterien für die zyklischen, von langer Hand geplanten Standard-Produktaudits, sind z.B. die

  • Strategische Bedeutung der Produkte
    • A/B/C-Analyse,
  • Risiken beim Produkteinsatz
    • Risikoanalyse,
  • Höhe der Deckungsbeiträge
    • betriebswirtschaftliche Analyse,
  • Umfänge der gesetzlichen Vorgaben
    • CE-Richtlinien

Situationsbezogene Einplanung von Produktaudits:

  • Kundenreklamationen
    • Quelle: Beschwerdemanagement,
  • Feldausfälle/Garantien
    • Quelle: Serviceberichte,
  • Ergebnisse aus anderen Audits
    • Auditprogramm QM,
  • nicht fähige Prozesse
    • Regelkarten,
  • Ausfallraten/Nacharbeiten
    • Qualitätskostenreports.

Ergebnisse des Produktaudits /
Feststellung von …

  • Serienfehlern / zufällige Fehler
  • Fehlerschwerpunkte
  • längerfristige Qualitätstrends
  • Qualitäts- bzw. Verbesserungspotenziale
  • Abstellmaßnahmen
  • Lieferantenüberwachung
  • Reduzierung der Wareneingangsprüfungen
  • Regelkreis der Qualitätslenkungsmaßnahmen

Bewertung von Fehlern und Abweichungen im Produktaudit

Fehlerklassifizierung:

  • Kritischer Fehler
  • Hauptfehler
  • Nebenfehler


Fehlergewichtung:

  • Definition des Fehlerausmaßes
  • Abschätzung der Fehlerschwere
  • Bildung von Qualitätskennzahlen

Qualifikation, Aufgaben und Kompetenzen des Produktauditors

  • Kenntnis zum VDA 6.5 Band Produktaudits
  • Produkt- und qualiätsspezifische Kenntnisse
  • Beherrschung der Prüftechnik
  • Handhabung von Fehlerkatalogen
  • Bewertung von Produkten
  • Erstellung von Berichten
  • Anwendung von Prüfspezifikationen
  • Auffassungsgabe
  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikativ
  • Befugnis - Rechte und Pflichten
    • Sperrung der Produktauslieferung an den nachfolgenden Bereich / Einleitung von Sofortmaßnahmen
    • Einleitung von Korrekturmaßnahmen

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